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HDD-Bohrungen, PE-Schweißen und Qualitätsprüfung für SuedLink

Mit dem SuedLink realisiert die Tief- und Rohrleitungsbau Wilhelm Wähler GmbH & Co. KG eines der zentralen Infrastrukturprojekte der deutschen Energiewende. Im Auftrag von TenneT Germany übernimmt Wähler innerhalb einer Vierer-Arbeitsgemeinschaft mit Matthäi, Bohlen & Doyen sowie Friedrich Vorwerk umfangreiche Leistungen in den Bereichen der grabenlosen Leitungsverlegung, des PE-Schweißens, der Rohr-Qualitätsprüfung und weiteren Bereichen.  

Das Projekt markiert für Wähler den Einstieg in das Segment der Großbohrtechnik und steht für die Weiterentwicklung der eigenen technischen und organisatorischen Kompetenzen in großmaßstäblichen Leitungsbauprojekten. 

Ausgangssituation und Projektablauf 

Im Rahmen des Projekts realisiert Wähler unter anderem zahlreiche Horizontalspülbohrungen im Verlauf von Baulos 3 der insgesamt 43 Kilometer langen Leitung. Ein wesentlicher Teil dieser Strecke wird in geschlossener Bauweise ausgeführt. 

Die Umsetzung erfolgt in einem klar strukturierten und wiederkehrenden Ablauf, der auf Effizienz, Parallelisierung und hohe Ausführungsqualität ausgerichtet ist: 

1. Werkplanung und Vorbereitung 
Für jede Bohrlokation erstellt das Vermessungsteam eine detaillierte Werkplanung. Diese berücksichtigt sowohl die örtlichen Gegebenheiten als auch die Vorgaben des Auftraggebers. Auf dieser Basis werden Rohrlängen und Schweißprozesse frühzeitig vorbereitet, sodass ein reibungsloser Übergang in die Ausführungsphase gewährleistet ist. 

2. Schweißarbeiten und Baustelleneinrichtung 
Wähler richtet die Schweißplätze vollständig autark ein und betreibt mehrere Schweißcontainer parallel. Dadurch können mehrere Rohrstränge gleichzeitig gefertigt werden. Die Qualitätssicherung erfolgt eigenständig durch erfahrene Poliere, HSE-Personal und Bauleitung. 

3. Bohrdurchführung 
Die Bohrarbeiten erfolgen im HDD-Verfahren mit den Schritten Pilotbohrung, Aufweitung und Einzug der Rohrleitungen. Je nach Anforderung kommen Walk-Over- oder kabelgesteuerte Messverfahren zum Einsatz, um die geforderte Präzision in der Leitungsführung sicherzustellen. 

Mehrere Bohrlokationen werden parallel betrieben, wodurch ein kontinuierlicher Baufortschritt entlang der Leitung ermöglicht wird. 

Herausforderungen und Lösungen 

Koordination innerhalb der Arbeitsgemeinschaft 
Die Zusammenarbeit mehrerer Partnerunternehmen erfordert klar definierte Schnittstellen und abgestimmte Abläufe. Unterschiedliche Gewerke und parallel laufende Bauabschnitte erhöhen die Komplexität zusätzlich. 
Wähler begegnet dieser Herausforderung mit klaren Verantwortungsstrukturen und eng abgestimmten Kommunikationsprozessen zwischen Bauleitung, Projektsteuerung und operativen Teams. 

Parallele Bauausführung und Ressourceneinsatz 
Die gleichzeitige Durchführung zahlreicher Bohrungen stellt hohe Anforderungen an Personal, Maschinen und Organisation. 
Durch den parallelen Einsatz mehrerer Bohranlagen sowie Vermessungs- und Schweißteams wird eine effiziente und kontinuierliche Verlegung der Leitung sichergestellt. 

Technische Anforderungen an Großbohrungen 
Die Bohrlängen und Rahmenbedingungen gehen über klassische Standardprojekte hinaus. Der Einsatz leistungsstarker Großbohranlagen sowie spezialisierter Messtechnik ermöglicht die sichere und präzise Umsetzung der Bohrungen. 

Logistik und Baustellenorganisation 
Die kontinuierliche Verlagerung von Schweiß- und Bohrplätzen entlang der Leitung erfordert eine leistungsfähige Logistik. 
Wähler setzt hierfür auf ein modulares und weitgehend autarkes Baustellenkonzept. Eigene Logistikstrukturen ermöglichen schnelle Umsetzungen der Arbeitsplätze und reduzieren Schnittstellen zu externen Dienstleistern. Dies trägt maßgeblich zur Effizienz und Stabilität der Bauabläufe bei. 

SuedLink Baustelle
SuedLink Baustelle
SuedLink Baustelle
SuedLink Baustelle
SuedLink Baustelle
SuedLink Baustelle
Wähler Altenwerder Damm Hamburg Gleisbauarbeiten unter A7 Brücke

Gleisquerung Altenwerder Damm

DEGES Baumaßnahme A7 Erweiterung der Hochstraße K20

Im Zuge der Herstellung einer neuen Leitungsstraße unterhalb des Brückenbauwerks der Autobahn A7 zwischen der Abfahrt Neuhof und dem neuen Elbtunnel im Verlauf der Straße Altenwerder Damm ­­­– des wichtigsten Zubringers zu den großen Containerterminals Eurogate und Burchardkai – übernahm die Tief- und Rohrleitungsbau Wilhelm Wähler GmbH & Co. KG umfangreiche Tiefbauarbeiten. Im Auftrag der Firma STRABAG wurden ca. 45 m Stahlschutzrohr DN 1200 für den Einzug einer Regenwasserfreigefälleleitung (PE-Rohr DA 1.000) und mehrere Fernmeldekabelschutzohre verlegt.

Für die Herstellung der Leistungen wurde folgender Bauablauf festgelegt:

  • Aushub mit Gleitschienen- und Systemverbau eines 35 m langen und 4,5 m tiefen Grabens.
  • Anschluss eines Stahlrohrs DN 800 an das vorhandene Pumpbecken auf der Südseite der Gleisanlage.
  • Nach der Verfüllung des Rohrgrabens für den Freigefällekanal folgten die Arbeiten am Rohrgraben für die FM-Trasse.
  • Herstellen der Gleisquerung innerhalb einer 96-Gleissperrung über das Wochenende auf einer Länge von 15 Metern mit einem Stahlschutzrohr DN 1.200 für den Einzug einer Regenwasserfreigefälleleitung (PE-Rohr DA 1.000)

und DN 300 für den Einzug von fünf Kabelschutzrohren DN 110 aus PE.

  • Abschließend wurde ein Schachtbauwerk DN 1500 am nördlichen Ende der Freigefälleleitung gesetzt und angeschlossen.

Die von der Firma Wähler ausgeführten Tiefbauarbeiten wurden innerhalb eines Gesamtzeitraums von fünf Wochen, beginnend im März 2025, ausgeführt.

Der Schwerpunkt der Arbeiten erfolgte am Wochenende der KW 12 im durchgehenden 2-Schicht-Betrieb innerhalb eines vom Auftraggeber festgelegten Zeitfensters von 96 Stunden. Die größte Herausforderung bildete somit der hohe Zeitdruck.

Innerhalb der 96 Std. Gleissperrung mussten alle Arbeiten wie der erforderliche Gleisausbau, die Tiefbauarbeiten und die Wiederherstellung der Gleistrasse erfolgen, was die Zeiten der jeweiligen Tätigkeiten auf ein Minimum einschränkte. Zudem war vertraglich Redundanz für Personal und Gerät gefordert, was wiederum ein hohes Maß an Arbeitsvorbereitung und Organisation erforderlich machte.

Drei Projektbaukolonnen der Firma Wähler erledigten die für dieses Zeitfenster vorgesehenen Arbeiten innerhalb von nur 36 Stunden, sodass der Wiedereinbau der Gleise früher als geplant stattfinden konnte.

Störungsbeseitigung Abwasserleitung Große Elbstraße, Hamburg Altona (Fischmarkt)

Im Auftrag von Hamburg Wasser behob die Tief- und Rohrleitungsbau Wilhelm Wähler GmbH & Co. KG kurzfristig einen Wasserrohrbruch in der Großen Elbstraße in Hamburg. Noch am selben Tag wurden die Maßnahmen zur Behebung in Zusammenarbeit mit Hamburg Wasser vor Ort in die Wege geleitet. Am Folgetag richtete die Kolonne die Baustelle ein und identifizierte die Schadstelle. Ziel der Maßnahme war die Instandsetzung und Erweiterung eines Leitungsabschnitts, einschließlich umfassender Tief- und Verbauarbeiten sowie der Wiederherstellung der Oberflächen. Dabei mussten im Zuge der Arbeiten auch vorhandene Abwasserleitungen berücksichtigt und geschützt werden.

Im Verlauf der Arbeiten führten die Mitarbeitenden der Firma Wähler zunächst die provisorische Behebung des Schadens mit einer Rohrbruchschelle durch, um die Lieferzeit der Rohr- und Formteile, die speziell für diesen Zweck produziert werden mussten, zu überbrücken. Nach Lieferung der Teile wurde das schadhafte Rohr mit einem Plasmaschneider herausgetrennt und das neue Rohr passgenau zurechtgeschnitten (jeweils DN1200). Anschließend wurde das neue Rohr mit den Formteilen eingebaut und die Verbindung wiederhergestellt. Es folgten die Umhüllung der Rohrleitung, um Korrosion vorzubeugen, sowie Verfüllungsarbeiten und abschließende Maßnahmen zur Wiederherstellung der Oberflächen. 

Während der Maßnahmen kamen ein Stahlplatten-Leichtverbau, ein 22-t-Mobilbagger, ein 14-t-Radlader sowie ein Plasmaschneider zum Einsatz. Vier Mitarbeitende vor Ort führten in einem Arbeitszeitraum von vier Wochen die Arbeiten aus. 

Eine besondere Herausforderung stellte sich durch das Grundwasser in der Baugrube dar, das aufgrund der Nähe zur Elbe je nach Ebbe und Flut schwankte. Diese Herausforderung wurde mittels offener Grundwasserhaltung mit Pumpensumpf bewältigt. 

DESY Hamburg – Schacht-in-Schacht-Sanierung mit REHAU-System 

Das Projekt am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg umfasste die Sanierung stark beschädigter Schmutzwasserschächte im laufenden Betrieb. Die Herausforderung bestand insbesondere darin, dass die vorhandene Infrastruktur des Forschungsgeländes sehr verwinkelt ist und an die bestehenden Kanäle unter anderem Küchen, Labore und sanitäre Einrichtungen angeschlossen sind. Ein kompletter Ausfall der Entwässerung während der Kanalbauarbeiten war daher nicht möglich. 

Der Beitrag der Tief- und Rohrleitungsbau Wilhelm Wähler GmbH & Co. KG zu diesem Kanalbau-Projekt in Hamburg war die Sanierung von drei Bestandschächten mittels des REHAU-Schacht-in-Schacht-Systems. Der Baubeginn mit dem REHAU-Verfahren der Kanalsanierung erfolgte im Juni 2024, nach Angebotseinreichung im März 2024. Trotz witterungsbedingter und betrieblicher Unterbrechungen konnte die effektive Bauzeit auf rund vier Wochen begrenzt werden. 

In dieser Zeit arbeiteten drei Facharbeiter der Firma Wähler mit vollem Einsatz an der Umsetzung der Kanalbauarbeiten. Der Aufwand je Schacht betrug im Schnitt fünf Arbeitstage. Die eingesetzten Geräte waren dabei bewusst minimal gewählt: Ein Minibagger für das Freilegen der Schachtköpfe und ein Radlader für den Transport der leichten Kunststoffbauteile reichten aus. Durch die kompakte Bauweise der Sanierung (Baugrubenfläche nur ca. 3 × 3 m) konnte die Maßnahme auch unter beengten Bedingungen und auf einer Böschung ausgeführt werden – ohne dabei den laufenden Verkehr oder den Forschungsbetrieb auf dem DESY-Gelände zu beeinträchtigen. 

Besonders herausfordernd war für die Kanalbauer die Geometrie der Bestandsbauwerke. Einige Schächte waren derart schief oder verschoben eingebaut, dass der neue Schacht präzise von der Sohle bis zum Konus ausgerichtet werden musste, um Kollisionen mit der Altstruktur zu vermeiden. Der gesamte Aufbau erfolgte wie bei einem Stecksystem: Nach dem Entfernen der Steigeisen, dem Herausstemmen der Berme sowie dem Rückschnitt der Zu- und Abläufe wurde der neue PP-Schacht in den alten eingebracht. Der verbleibende Ringraum wurde anschließend mit Mörtel verfüllt, wodurch eine feste und dauerhafte Verbindung entstand. 

Die Umleitung der Schmutzwassermengen über eine provisorische Leitung ermöglichte es, die Schächte im Rahmen der Kanalbauarbeiten auch während des laufenden Betriebs außer Betrieb zu nehmen. Nach dem Verguss des Schachtbodens war der neue Schacht bereits wieder funktionsfähig. 

Das Ziel war bei diesem Projekt nicht nur die Sanierung an sich, sondern auch die erfolgreiche Oberflächenwiederherstellung, und die optische Integration in die Umgebung.  

 
Die Schacht-in-Schacht-Sanierung am DESY zeigt am vollumfänglichen Leistungsangebot der Firma Wähler für den Bereich Kanalbau  beispielhaft, wie mit intelligenten Systemen und minimalem Eingriff in die Umgebung bestehende Infrastruktur schnell, wirtschaftlich und nachhaltig saniert werden kann – selbst unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen. 

Schachtsanierung per Schacht-in-Schacht-System von REHAU
Vorstellung des Systems anhand der Sanierung des 6. und letzten Schachts vor Ort
Fotos: Lenard Miebs

Baustelle Fernwärmeleitungen

Verlegung der Gas- und Fernwärmeleitungen für die Justizvollzugsanstalt Lübeck

Im August und September 2023 verlegte das Team um Bauleiter Swen Schröder

  • 70 Meter Gasleitung als Provisorium
  • 90 Meter PE-Gasleitung der Dimension DA 160
  • 180 Meter Kunststoffmantelrohr-Fernwärmeleitung der Dimension DN 150

Die Leitungen wurden in einen 1,50 Meter breiten und 2 Meter tiefen Graben gesetzt.

Besonderer Ort – besondere Herausforderungen

Die Leitungen waren für eine neu geplante Sporthalle auf dem Gelände der JVA Lübeck vorgesehen. Dieser Umstand resultierte in der Projektdurchführung unter besonderen Bedingungen.

Jeder Arbeitstag startete mit strengen Sicherheitskontrollen. Sowohl bei der Einfahrt als auch bei der Ausfahrt musste täglich mit einer halben Stunde Wartezeit gerechnet werden – insgesamt also eine Stunde, die tagtäglich einzukalkulieren war. Auch die Personaldisposition war herausfordernd: Das eingesetzte Personal musste 14 Tage im Voraus der JVA gemeldet werden. Einlass vor Ort gab es nur mit gültigem Personaldokument; Handys blieben grundsätzlich draußen. Auch Lkw-Fahrer mussten angekündigt und in der Schleuse kontrolliert werden – dies resultierte in  einem erhöhten Aufwand bei der Anlieferung von Geräten, Materialien und Schüttgütern. Neben diesen organisatorischen Herausforderungen mussten sich die Mitarbeitenden auch einer baulichen Herausforderung stellen: der 80 cm in die Tiefe ragenden, denkmalgeschützten Gefängnismauer, durch die das Wähler-Team die Leitungen verlegen musste. 

Leitungsbau in der JVA: Insgesamt ein außergewöhnliches Projekt, das Wähler erfolgreich gemeistert hat!